61. Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Marktgemeinde Scharnstein

von | 14.März.2026 | News

Am Samstag, dem 14. März 2026 fand die 61. Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Marktgemeinde Scharnstein statt. 

Dass die Einsatzbereitschaft in unserer Feuerwehr ungebrochen ist, zeigt eine beeindruckende Zahl.

Insgesamt wurden 13.499 Stunden im Dienst der Allgemeinheit geleistet.

Zwar war 2025 mit 71 Einsätzen statistisch gesehen ein ‚Durchschnittsjahr‘, doch hinter dieser Zahl verbirgt sich harte Arbeit. Wir rückten zu 20 Brandeinsätzen aus – darunter fordernde Einsätze in Industriebetrieben und Wohngebäuden – und bewältigten 51 technische Einsätze. Ob bei Verkehrsunfällen oder in der engen Zusammenarbeit mit der Flugpolizei. Auf unsere Mannschaft war stets Verlass.

Schwerer Verkehrsunfall: Linienbus-Bergung bei eisigen Temperaturen

Ein fordernder Einsatz markierte für uns den Beginn des neuen Jahres: Am Abend des 12. Jänner wurden wir zu einem schweren Verkehrsunfall auf die Almseelandesstraße alarmiert. Ein Linienbus war von der Fahrbahn abgekommen, gegen mehrere Bäume geprallt und erst nach zwei Gräben zum Stillstand gekommen. Zwei verletzte Personen wurden vom Roten Kreuz erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Die anschließende Bergung gestaltete sich aufgrund der Schräglage und schwerer Schäden am Fahrwerk als äußerst schwierig. Erst mithilfe eines privaten Bergungsunternehmens konnte der Bus zurück auf die Straße gehoben werden.

Besonders kräftezehrend waren die äußeren Bedingungen, da die Temperaturen in den Abendstunden deutlich unter den Gefrierpunkt sanken. Während wir die Bergungsarbeiten unterstützten und die Landesstraße einspurig befahrbar machten, war es wichtig, die Kameraden im Einsatz mit heißem Tee zu versorgen. Nach rund fünf Stunden konnte der Linienbus schließlich abgeschleppt und die Fahrbahn wieder vollständig freigegeben werden.

Brand an 140 Jahre alter Kapelle – Denkmal knapp gerettet

Am Sonntag, dem 23. Februar, wurden wir mittags zu einem „Brand im Freien“ gerufen. Vor Ort stellte sich heraus, dass das Feuer unmittelbar im Außenbereich der „Wagner-Kapelle“ im Tiessenbach ausgebrochen war.

Der Atemschutztrupp dämmte das Feuer zunächst mit einem Pulverlöscher ein, bevor die endgültigen Löscharbeiten mittels C-Rohr durchgeführt wurden. Durch dieses schnelle und gezielte Eingreifen konnte das rund 140 Jahre alte Gebäude vor den Flammen gerettet werden. Es entstand lediglich leichter Sachschaden. Da die Kapelle unmittelbar an ein Waldstück angrenzt, verhinderte der rasche Einsatz zudem ein Übergreifen der Flammen auf den Baumbestand und somit einen drohenden Waldbrand.

Zimmerbrand – Pflegekraft wird zur Lebensretterin

Am späten Mittwochabend wurden wir zusammen mit den Feuerwehren des Pflichtbereiches zu einem Zimmerbrand in einem Einfamilienhaus alarmiert. Dass dieser Einsatz glimpflich ausging, ist dem vorbildlichen Handeln einer anwesenden Pflegekraft zu verdanken: Sie bemerkte das Feuer frühzeitig, brachte die Hausbesitzerin unverzüglich in Sicherheit und konnte den Brand noch vor unserem Eintreffen eigenständig eindämmen.

Unsere Tätigkeit beschränkte sich auf Nachlöscharbeiten sowie eine umfassende Kontrolle der Brandstelle mittels Wärmebildkamera, um versteckte Glutnester auszuschließen. Die Bewohner wurden zur Sicherheit vom Roten Kreuz medizinisch betreut. Einmal mehr zeigte sich, wie entscheidend die ersten Minuten vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte sind.

Fassadenbrand in Grünau – extrem kurze Ausrückzeit

Ein glücklicher Umstand sorgte für eine extrem kurze Ausrückzeit: Da wir gerade zur wöchentlichen Übung ausfahren wollten, waren bereits alle Fahrzeuge besetzt, als der Alarm zur Unterstützung der Feuerwehr Grünau einging.

Bei unserem Eintreffen hatte das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergegriffen. Unsere Hauptaufgabe bestand darin, mittels Drehleiter und schwerem Atemschutz das Feuer im Dachbereich zu bekämpfen

beziehungsweise auch die Dachhaut zu öffnen. Durch diese Öffnungen konnte das weitere Ausbreiten des Feuers auf weite Teile des Dachstuhles verhindert werden

Brandmeldeanlage verhindert Großbrand in Gewerbebetrieb

Ein Brandausbruch im Außenbereich eines Tischlereibetriebs griff rasch auf die Fassade über. Durch die enorme Hitzeentwicklung barsten mehrere Fenster, wodurch das Feuer bereits in die Produktionshalle eindrang. Nach der ersten Lageerkundung wurde auf das Einsatzstichwort „Brand Industrie“ erhöht und die Feuerwehren Viechtwang und Bäckerberg als Reserve nachalarmiert.

Durch einen gezielten, koordinierten Löschangriff konnten wir den Brand zügig unter Kontrolle bringen und eine weitere Ausbreitung im Gebäude verhindern.

  1. Scharnsteiner Feuerwehrfesttage Ende April

Wieder zu einem riesigen Erfolg wurden die traditionell durchgeführten 13. Scharnsteiner Feuerwehrfesttage Ende April. In der Zeit von Montag, 21.04. bis Montag, 28.04.2025 wurden für die Durchführung ca. 4.000 freiwilligen Arbeitsstunden aufgewendet, die von insgesamt 350 Mitarbeiter, aufgeteilt auf den verschiedenen Arbeitstagen bewerkstelligt wurden. Besonders erfreulich war die Tatsache das bereits am Montag nach der Veranstaltung der Festplatz wieder frei und im Feuerwehrhaus alles verstaut war.

Neue Stützpunktaufgabe

Zusätzlich zu unserem bestehenden Waldbrand- und Flughelferstützpunkt wurden wir durch das Landesfeuerwehrkommando als Standort für das neue Bohrlöschgerät „DRILL-X“ ausgewählt.

Es ist ein innovatives System zur Bekämpfung von Bränden in schwer zugänglichen Bereichen – etwa in Industrieanlagen, Dachstühlen, Containern oder Gebäudeteilen mit begrenztem Zugang. Das Gerät kombiniert Bohren, Eindringen und Löschen in einem einzigen Arbeitsschritt und ermöglicht eine gezielte Brandbekämpfung von außen, ohne dass Einsatzkräfte den Brandraum betreten müssen. Dies erhöht die Sicherheit der Einsatzkräfte erheblich und reduziert gleichzeitig Wasser- und Brandschäden.

Projekttag Mittelschule Scharnstein

Ein wichtiger Schwerpunkt in der Präventionsarbeit war im vergangenen Jahr die Aktion „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“.

Gemeinsam mit den anderen Feuerwehren des Almtals veranstalteten wir zum Schulende einen Projekttag für rund 80 Kinder der 4. Klassen der Mittelschule Scharnstein.

Ziel dieses Vormittages war es, den Jugendlichen die vielfältigen Aufgabenbereiche der Feuerwehr näherzubringen. An verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler Gerätschaften selbst ausprobieren: Von praktischen Feuerlöschübungen und Versuchen zum Verbrennungsdreieck bis hin zum Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten.

Zum Abschluss der Veranstaltung dankte die Schuldirektion für die gute Zusammenarbeit und den Einsatz der zahlreichen Kameradinnen und Kameraden, die diesen Vormittag ehrenamtlich in ihrer Freizeit ermöglicht haben.

Branddienst-Leistungsprüfung

Nach intensiver Vorbereitung legten insgesamt 23 Kameradinnen und Kameraden ihre Prüfungen in den Stufen Bronze, Silber und Gold ab und zeigten dabei eindrucksvoll ihr Können in den Bereichen Brandbekämpfung, Atemschutz und Gerätekunde.

Für mich als Kommandanten war es eine besondere Freude, die Bronze-Gruppe, bestehend aus unseren jüngeren Mitgliedern, persönlich als Maschinist unterstützen zu dürfen.

Bewerbstätigkeit 2025

Beim Landesbewerb in Mauerkirchen konnte zweimal das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze absolviert werden. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer für diese Leistungen!

Kameradschaftliche Höhepunkte

Ein besonderes Jubiläum durften wir im Jahr 2025 feiern: Seit nunmehr 50 Jahren verbindet uns eine enge und gelebte Partnerschaft mit der Feuerwehr Weferting aus dem Landkreis Passau. Unter dem damaligen Kommandanten Willi Stadler wurde 1975 der Grundstein gelegt, als erstmals Kameraden unserer Wehr das Bayerische Leistungsabzeichen in Weferting ablegten.

Aus diesem ersten gemeinsamen Schritt entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte eine freundschaftliche Verbindung zwischen unseren Feuerwehren. Dieses besondere Miteinander würdigten wir heuer mit einer Partnerschaftsfeier in Scharnstein – gemeinsam mit den Absolventen des Bayerischen Leistungsabzeichens beider Wehren.

Auch das kameradschaftliche Miteinander kam im vergangenen Jahr nicht zu kurz.
Im August gratulierten wir unserem Gruppenkommandanten Albert Auhuber zum 40. Geburtstag und stellten ihm, wie es bei uns Tradition ist, eine ‚Feuerwehr-Puppe‘ auf.
Ein besonders erfreulicher Anlass führte uns im Oktober zu unserem Kameraden Simon Auinger. Wir durften zur Geburt seiner Tochter Johanna gratulieren und einen Storch aufstellen.

 Alle Einsätze – ob Brände, Verkehrsunfälle oder technische Hilfeleistungen – werden von ehrenamtlichen Mitgliedern der Feuerwehr geleistet. Das bedeutet, dass unsere Einsatzkräfte jederzeit, ob tagsüber, nachts, am Arbeitsplatz oder aus ihrem Familienleben heraus alarmiert werden. Für dieses Engagement gibt es weder Bezahlung noch Sonderurlaub. Es basiert ausschließlich auf Freiwilligkeit, Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft, anderen zu helfen.

 Die Anerkennung, Dankbarkeit aber vor allem der Stolz für diesen Zusammenhalt, die Kameradschaft und die Freundschaft innerhalb unserer Mannschaft lassen sich schwer in Worte fassen. Ein wesentlicher Grundpfeiler dieses Erfolgs ist auch die Unterstützung im Hintergrund durch Familien, Partnerinnen und Partner sowie Freunde die unseren Kameradinnen und Kameraden den Rücken stärken.

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