Chronik

„Gott zur Ehr´, dem nächsten zur Wehr"
Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr
der Marktgemeinde Scharnstein

Im Zuge der Bestrebungen einer organisierten Brandbekämpfung Ende des 19.Jahrhunderts wurde in der damaligen Gemeinde Viechtwang auf Anregung des Herrn Josef Lidauer, Gasthofbesitzer zu Scharnstein, am 24.April 1892 „die Satzungen beraten und von vierzig zum Beitritte erschienenen Mitgliedern angenommen".

Die Gründungsmitglieder waren:
Josef Lidauer, Gasthausbesitzer (ehemaliges Gasthaus „Zur Taverne Lidau")
Matthias Vielhaber, Hammerwerksbesitzer („Vielhaber-Hammer")
Karl Nöhmayr, Kaufmann (heute „Promenaden-Cafe")
Sigmund Weinmeister (Werksleiter des Sensenwerkes Redtenbacher)
Johann Mair, Lehrer an der Volksschule Scharnstein

Am 10.September erfolgte die offizielle Bestätigung der Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Scharnstein, Gemeinde Viechtwang.

1893

Erster Ankauf von Geräten zur Brandbekämpfung: 10 Steigerausrüstungen, 2 Linzer-Dachleitern, 2 Fensterleitern, 2 Laternen, 1 Comando-laterne, 2 Rottenführerausrüstungen, 120 m Hanfschläuche, 12 Gewindekupplungen, 4 Meter Hanfschläuche (Saugschläuche),1 Übersetzstück, 2 Strahlrohre

Zur Brandbekämpfung wurde eine von Pferden gezogene „Handthruckspritze“ verwendet, deren Herkunft nicht genau angeführt ist. Es handelt sich dabei aber offensichtlich nicht um die alte „Mühldorfer Handdruckspritze“. Das benötigte Schlauchmaterial transportierte man auf einem mitgeführtem Schlauchkarren. Die Mannschaft bestand damals aus ca. 60 Mann. Ein Großteil dieser Mannschaft bildete auch gleichzeitig die Feuerwehrmusikkapelle , die als Vorläufer der später gegründeten Werksmusikkapelle Redtenbacher bezeichnet werden kann. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgt in diesen ersten Jahren durch einen Hornisten, der mit der Signaltrompete „Alarm“ blies. Zudem wurde die Kirchenglocken zur Alarmierung heran-gezogen (Feuer- und Sturmglocke).



1900

Ankauf einer „Vierrädrigen Gebirgs-Abprotzspritze“ von der Fa. Gugg (Braunau), die bereits von dem Transportwagen abgenommen werden konnte und das Löschwasser von einer Wasserentnahmestelle mit Hilfe von Saugschläuchen selbsttätig ansaugen konnte (Doppel-kolbenpumpe aus Messing).

1901

Fertigstellung des ersten „Feuerwehr-Depots“ nahe des Gasthauses „Zur Taverne Lidau“ (Auf dem Grundstück der ehemaligen Rot-Kreuz-Dienststelle), ein einfacher Ziegelbau mit zwei Ausfahrtstoren.

1904

Gründung einer eigenen Rettungs-und Sanitätsabteilung durch Feuerwehrarzt Dr. Friedrich Koch, die mit einer Räderbahre fortan den Kranken- und Verletztentransport zum Bahnhof Scharnstein/ Viechtwang übernahm, von dem aus die Verletzten mit der Bahn nach Wels ins Krankenhaus transportiert wurden.

1905

Ankauf einer fahrbaren Schiebeleiter aus Holz mit 14 m Steighöhe von der Fa. Rosenbauer (noch vorhanden und voll funktionsfähig). Erste Uniformierung, die aus einer Lodenbluse und einer Bergmütze bestand.



1907

Abänderung des Feuerwehrnamens von „Freiwillige Feuerwehr Scharnstein in der Gemeinde Viechtwang“auf „Freiwillige Feuerwehr Viechtwang-Scharnstein“.

1925

Wehrführer Carl Schmidinger fasste mit seinem „Comando“ den Beschluss zum Ankauf einer neuen, von der Fa. Rosenbauer in Linz entwickelten Motorspritze. Errichtung eines Schlauchtrockenturmes am Feuerwehr-Depot in Holzbauweise, der fortan das Trocknen der empfindlichen Hanfschläuche ermöglichte. Eine neue Räderbahre für den Verletztentransport wurde angekauft.

1927

Ankauf einer neuen Motorspritze von der Fa. Rosenbauer „Kleiner Florian“, RK 28, Pumpenleistung ca. 200 l/min (Betrieb von zwei Strahlrohren), die später auf einem luftbereiften Anhänger mit Schlauchhaspel transportiert wurde.

1934

Auf Anregung von Wehrarzt Dr. Ganglbauer kam es zur Beschlussfassung über den Ankauf eines Fahrzeuges zum Umbau auf einen Anhänger.

1938

25.1.1938: Eine über 2 Stunden andauernde Nordlicht-Erscheinung in ganz Österreich ließ viele Feuerwehren ausrücken, in den Städten wurde sogar Großalarm gegeben. Anschluss Österreichs an Hitlers Großdeutschland: Auflösung aller Körperschaften und Vereine.

1939

Gemäß Vorschrift der „OÖ.Landeshauptmannschaft“ vom 28.5.1938 kam es zur Zusammen-legung aller drei Feuerwehren der Gemeinde zur „Gemeindefeuerwehr Viechtwang“ mit den einzelnen Löschgruppen Bäckerberg, Scharnstein und Viechtwang . Zum Gruppenführer des Löschzuges Scharnstein wurde Heinrich Apurg, Gastwirt und Fleischhauer in Mühldorf be-stimmt. Der „Gemeinde-Feuerwehr“ stand Bäckermeister Josef Mittermaier, Wehrführer von Scharnstein, vor (Urgroßvater des heutigen Bäckermeisters Kurt Mittermair).

1947

Umbau eines aus den Beständen der deutschen Wehrmacht „In der Au“ zurückgelassenen Militär- Funkwagens der Marke Merzedes-LKW zu einem leichten Löschfahrzeug (Baujahr 1944) = Erstes motorisiertes Fahrzeug . Da im alten Feuerwehrdepot kein Platz dafür war, erfolgte die Unterbringung im alten Feuerwehrhaus in Viechtwang.

1950

Wehrführer Josef Michetschläger leitet die erste Modernisierungsphase der Feuerwehr ein. Als einheitliche Einsatzbekleidung wurden 23 Drillich-Overalls und braune Bergmützen angekauft.

1952

Mit Bescheid der OÖ. Landesregierung vom 19 1.1952 wird die Gruppe Scharnstein als selbstständige Körperschaft erfasst und ins OÖ. Feuerwehrbuch eingetragen. Von nun an erfuhr de „Freiwillige Feuerwehr Scharnstein unter Wehrführer Michetschläger eine rapide Aufwärtsentwicklung.



1953

Beschlussfassung und Bau des neuen Feuerwehr-Depots neben der Tischlerei Blaschek (heute Lidauer) im sogenannten „Hopfen-Garten“ des Stiftes Kremsmünster am Schlossberg.

1954

Übersiedlung in das neue Feuerwehrhaus am Schlossberg, Unterbringung des Löschfahrzeuges Merzedes und der fahrbaren Schiebeleiter.

1955

Über Anregung von Kaufmann Karl Silmbroth wurden von der Gemeinde 25 Stück der neuen Aluminium - Spinnenhelme (OÖ. Feuerwehrhelm) angekauft, als Ersatz für die kostenlose Überlassung des alten Feuerwehr-Depots nebst der Kirche.

1956

Indienststellung der neuen Tragkraftspritze RVW 75 (800 l/min.) mit VW-Motor (34 PS). Einweihung des neuen FW-Depots am Schlossberg und der neuen Tragkraftspritze mit einem Festakt, an dem der damalige neue Bezirksfeuerwehrkommandant Karl Kaser teilnahm.



1963

Herr Kerschgens (von der „Stefani-Villa in Thießenbach“) stellte der Feuerwehr einen gebrauchten VW-Bus als Folge einer Wohnungsvergabe im neuen Feuerwehr-Depot zur Verfügung. Dieses Fahrzeug diente in erster Linie der Unterbringung der Schaumausrüstung und später der neuen Atemschutzgeräte sowie dem Mannschaftstransport.

1972

Als erstes völlig neues und modernes Löschfahrzeug ersetzte ein Ford Transit 150, Kasten-wagen, den bereits völlig desolaten VW-Bus, der nunmehr ausgedient hatte. Mit diesem Fahrzeug konnte eine vollständige Löschgruppe (neun Mann) und die notwendigen Geräte zur Brandbekämpfung zum Einsatzort transportiert werden.

1974

Das alte Militärfahrzeug LF Merzedes gab nach etlichen Reparaturversuchen und mehreren Defekten der Zylinderkopfdichtung endgültig den Geist auf und musste ausgeschieden werden. Es wurde als Museumsstück zum Schrottpreis an die Ford Riehs in Wels verkauft.

1975

Erstmaliger Antritt beim Bayrischen Leistungsabzeichen in Weferting, Gemeinde Aicha vorm Wald, Landkreis Passau.



1976

Nachdem zur Sicherung des Feuerwehrnachwuchses anfang der Siebzigerjahre in Oberösterreich die ersten Jugendgruppen entstanden, kam es am 1.5.1976 zur Gründung der Jugendgruppe Scharnstein, die sich vor allem aus jungen Mitgliedern der ehemaligen „Mühldorfer Jugendfeuerwehr“ zusammensetzten. Erster Jugendbetreuer war Kamerad Florian Pühringer, der diese Funktion bis 1983, also 7 Jahre innehatte.

Durch den notwendigen Ersatz für das ausgeschiedene Einsatzfahrzeug Merzedes und um sich ab nun auf die immer zahlreicher werdenden technischen Einsätze konzentrieren zu können, entschloss sich das Kommando unter Kommandant Franz Rührlinger zum Ankauf eines Leichten Löschfahrzeuges mit Bergeausrüstung (LFB Merzedes 409, 90 PS, Besatzung 9 Mann), mit dem nicht nur Brandeinsätze gefahren, sondern auch leichte Bergeeinsätze getätigt werden konnten.

1978

Die Einsatzfahrzeuge wurden zum ersten Mal mit modernen 2m-Mobilfunkgeräten ausgestattet, deren Reichweite ein Vielfaches der alten Geräte betrug. Dem Einsatzleiter stand ebenfalls ein leistungsstarkes Handfunkgerät zur Verfügung. Die Funkgespräche wurden nach einer neu eingeführten, einheitlichen Funkordnung abgewickelt. Erster Telefonanschluss im Feuerwehrhaus: Tel.Nr. 434 (später 2434).

Kamerad Wilhelm Stadler wurde zum neuen Kommandanten gewählt. Gleichzeitig wurde er per Gemeinderatsbeschluss zum Pflichtbereichskommandanten ernannt. Seit dieser Zeit hat die FF Scharnstein die Funktion einer Pflichtbereichsfeuerwehr inne.

1979

Anschluss der FF Scharnstein an das oberösterreichweite Alarmierungssystem. Damit wurde es möglich, dass die Feuerwehren gezielt und innerhalb kürzester Zeit per Knopfdruck von der Landes- bzw. Bezirkswarnzentrale alarmiert werden konnten. Die einheitliche Notrufnummer 122 wurde in ganz Oberösterreich verbindlich eingeführt. Die örtlichen Alarmierungsstellen wurden somit bedeutungslos.

1980

Der Schriftführer der FF Scharnstein, Christian Huemer, belegte als erster Teilnehmer beim neuen Landes-Funkleistungsbewerb in Bronze in der Landesfeuerwehrschule den hervor-ragenden 3. Rang. Beim Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold („Feuerwehr-Matura“) erreichte er mit der Maximalpunkteanzahl den 1.Rang und wurde somit Landessieger.

1982

Ankauf eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges TLF 1000,OPEL Blitz, von der FF Gschwandt und Verkauf des KLF Ford Transit an die FF Schleißheim/Wels.

1984

Mannschaftsfoto



1985

Zur Verbesserung der Schlagkraft und Anpassung an die immer höher werdenden Einsatz-erfordernisse erfolgte unter Kommandant Wilhelm Stadler die Ersatzbeschaffung für das alte Tanklöschfahrzeug in Form eines modernen, neuen Rüstlöschfahrzeuges RLFA 2000, Steyr 791 (210 PS), Einbaupumpe 2800 l/min. Förderleistung und einer 5-Tonnen-Seilwinde. Das alte TLF 1000 wurde an die FF Steinfelden verkauft.

1986

Mannschaftsfoto der Jugendgruppe



1987

Zur rascheren Alarmierbarkeit der Feuerwehrkameraden erfolgte erstmals die Inbetriebnahme einer Stillen Alarmierung mittels kleiner Funkalarmempfänger („Feuerwehr-Piepser Florian 2000“) mit automatischer Auslösung über Bezirk und Land. Gleichzeitig erhielt die FF Scharnstein eine neue Telefonnummer, angepasst an den Feuerwehrnotruf: 2122.

1989

Unter der neuen Führung von Kommandant Christian Huemer erfolgte die erste Grundsatz-beschlussfassung über den Bau eines modernen Feuerwehrhauses. Erste Verhandlungsgespräche mit der Gemeinde bezüglich Standortfrage bzw. mit dem Musikverein Redtenbacher über ein eventuell gemeinsames Bauvorhaben wurden geführt. Die Realisierung dauerte jedoch genau 10 Jahre.

1990

Ankauf eines hydraulischen Rettungssatzes(hydraulische Schere und Spreizer) als Ergänzung der technischen Bergeausrüstung, vor allem für die steigende Anzahl der Verkehrsunfälle. Ankauf eines Mannschaftszeltes für die Jugendgruppe.

1990

Das 6-Bezirke-Jugendlager (Bezirke Braunau, Gmunden, Grieskirchen, Ried, Schärding und Vöcklabruck) auf dem Gelände der Hauptschule Scharnstein und auf dem Kirchenplatz erfuhr einen Teilnehmerrekord. Fast 800 Teilnehmer absolvierten ein anspruchsvolles Programm mit Feuerwehrolympiade und Gerätevorführungen.

1992

110-Jahr-Jubiläum



1994

Die FF Scharnstein wird vom OÖ. Landesfeuerwehrkommando über Antrag von Bezirks-Feuerwehrkommandant Josef Hummer zum offiziellen Waldbrandbekämpfungsstützpunkt mit Hubschrauber-Unterstützung erklärt. Im selben Jahr erfuhr der Stützpunkt mit seinen Waldbrandspezialisten die Feuertaufe beim Waldbrand am Traunstein im Juli des Jahres.

Kommandant Christian Huemer wird zum Abschnitts-Kommandanten des Abschnittes Gmunden als Nachfolger von Franz Hessenberger aus Kirchham gewählt.

Indienststellung eines gebrauchten Kommandofahrzeuges VW Transporter mit Allradantrieb aus den ausgeschiedenen Beständen der Rot-Kreuz Ortsstelle Scharnstein/Grünau und Ankauf einer neuen, leistungsstarken Tragkraftspritze BMW FOX 120 (Förderleistung 1200 Liter/min.), mit festlicher Einweihung und Feldmesse im Rahmen der Florianifeier auf dem Kirchenplatz in Scharnstein (7.5.).

Eine neue Helm-Generation schafft optimale Sicherheit für den Einsatz. In einer gemeinsamen Ankaufsaktion durch die Gemeinde werden die traditionellen schwarzen Spinnenhelme aus Aluminium von 105 neuen Dräger-Sicherheitshelmen mit Schutzvisier und nachtleuchtendem Belag abgelöst und durch Bürgermeister Kronberger am 6.10. den Feuerwehren übergeben.

Am 14.12. legten insgesamt 17 Mann zum ersten Mal die neu geschaffene Leistungsprüfung um das „Technisches Hilfeleistungsabzeichen in Bronze ab, der ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person zugrunde gelegt ist.

1997

24.9. Offizieller Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses: „Das dritte Feuerwehrhaus in einem Jahrhundert“.

1998

Zur Erfüllung der OÖ. Brandbekämpfungsverordnung und bedingt durch den verstärkten mehrgeschossigen Wohnungsbau in der Gemeinde Scharnstein erfolgte am 22.12. der Ankauf einer halbhydraulischen 18-Meter-Drehleiter auf einem Ford-Transit-Fahrgestell von der FF Kremsmünster.

1999

Fertigstellung und Bezug des neuen Feuerwehrhauses im Oktober 1999. Die gewaltigen Arbeitsleistungen der Feuerwehrkameraden betrugen mehr als siebentausend freiwillig geleistete Arbeitsstunden . Der aufgebrachte finanzielle Anteil an Eigenmitteln ergab inklusive der angerechneten Eigenleistungen beachtliche 3,5 Millionen Schilling. Die feierliche Einweihung fand in einem Festakt mit Umzug und einer Feldmesse am Nationalfeiertag in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste statt.Zur Erfüllung der OÖ. Brandbekämpfungsverordnung und bedingt durch den verstärkten mehrgeschossigen Wohnungsbau in der Gemeinde Scharnstein erfolgte am 22.12. der Ankauf einer halbhydraulischen 18-Meter-Drehleiter auf einem Ford-Transit-Fahrgestell von der FF Kremsmünster.



2000

Zur weiteren Erhöhung der persönlichen Sicherheit bei den Einsätzen stattete die Gemeinde die drei Feuerwehren mit 105 neuen Tempex - Schutzjacken aus, die am 6.10. den Feuerwehrkameraden überreicht wurden. Nachdem das alte Löschfahrzeug Merzedes LFBA 1 infolge Überalterung und Unzweckmäßigkeit den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, trat an dessen Stelle ein neues, hypermodernes Löschfahrzeug LFBA 2, Steyr 10 S 22, 230 PS, in Aluminiumaufbauweise und einem hydraulischen Pumpenabsetzblock, das speziell für technische Einsätze geeignet ist. Hier beteiligte sich die FF Scharnstein mit mehr als einer Million Schilling am Ankauf für das Fahrzeug und für die erforderliche Zusatzausrüstung.



2002

Aus Anlass des 110jährigen Bestandsjubiläums wurde zum dritten Mal der Bezirks-Feuerwehrleistungsbewerb in Scharnstein rund um das neue Feuerwehrhaus mit der bisher höchsten Beteiligung an Aktivgruppen und an Jugendgruppen veranstaltet. Der eigentliche Festakt „110 Jahre FF Scharnstein“ fand am Nationalfeiertag im Feuerwehrhaus statt.

Inbetriebnahme der neuen Stillen Alarmierung am 6.12.2002 durch die Umstellung der allgemeinen Feuerwehr-Alarmierung auf ein noch schnelleres digitales Funksystem. Alle Kameraden wurden mit insgesamt 50 Stk. Pocsag-Pagern ausgestattet. Dadurch beträgt die durchschnittliche Ausrückezeit bei einer Tagesalarmierung zwischen drei und vier Minuten.

2003

Die EDV hat nun in der Feuerwehrverwaltung und in der Öffentlichkeitsarbeit vollständig Einzug gehalten. Die Feuerwehr verfügt über einen Internet-Anschluss und über eine vollständige EDV-Ausstattung im Feuerwehrhaus.

Das Jahr 2003 war in jeder Hinsicht ein Rekordjahr, sei es bei den Ausbildungslehrgängen auf Bezirksebene oder an der OÖ. Landesfeuerwehrschule, sei es bei der Ablegung von verschiedensten Leistungsabzeichen oder bei der Ausbildung unserer Feuerwehrjugendgruppe. Der Mannschaftsstand erreichte mit fünfzig Kameraden ebenfalls einen Höchststand, der auf die permanente Jugendarbeit zurückzuführen ist. Mit siebzehn Jungfeuerwehrmitgliedern, davon drei Mädchen, weist die seit 28 Jahren ununterbrochen geführte Jugendgruppe ebenfalls einen historischen Rekord auf.

2004

Durch den desolaten Zustand des nunmehr siebzehn Jahre alten Kommandofahrzeuges fällte das Kommando den Beschluss zum Ankauf eines modernen Mehrzweckfahrzeuges Ford Transit zur Erfüllung verschiedenster Funktionen (Kommando-, Mannschaftstransport- und Jugend-gruppen-Fahrzeug).

Folgende Kameraden wurden 2004 in das Team der Mitarbeiter des Bezirks- und Abschnitts feuerwehrkommandos Gmunden bestellt: Bezirks-Bewerbsleiter: Martin Fehringer sen., Abschnitts-Schriftführer: Christoph Hüthmayr, Abschnitts-EDV-Sachbearbeiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Florian Huemer

Als Bewerter und Ausbildner auf Bezirks- und Landesebene sind tätig: Fehringer Martin sen., Huemer Christian, Huemer Florian, Riedler Johann und Sieberer Rene.


Verfasser der Chronik: Brandrat Christian Huemer (Feuerwehrkommandant)

2005

Zur weiteren Erhöhung der persönlichen Sicherheit bei den Einsätzen stattete die Feuerwehr Scharnstein ihre Mitglieder 50 neuen Tempex - Schutzhosen aus, die am 13.05. den Feuerwehrkameraden überreicht wurden.



Am 22.05. wurde das neue Kommandofahrzeug Ford Transit im Rahmen eines Festaktes in der Kirche Scharnstein gesegnet.



v.l.n.r.: E-HBM Adolf Sperrer, BR Christian Huemer, AW Gerhard Hageneder und E-HBI Wilhelm Stadler

2006

Im Jänner und Februar musste die Feuerwehr Scharnstein zahlreiche Dächer im Gemeindegebiet abschaufeln, da noch nie dagewesene Schneemengen zu einem Schneechaos geführt haben. Mehr als bewährt hat sich dabei unser Leiter DL-18, die auch in Grünau zum Einsatz kam.




Vom 19. bis 29.07. waren insgesamt 41 Waldbrandspezialisten 9 Tage im Waldbrandeinsatz in Ebensee. Vermutlich durch einen Blitzschlag wütete im Bereich Offensee ein hartnäckiger Waldbrand in unwegsamem Gelände. Zum ersten Mal kam auch Hubschrauber des Types Black-Hawk zum Einsatz, der einen 3000 Liter Löschwasserbehälter verwendete.




Am 07.08. beschäftigte die Feuerwehr Scharnstein ein Hochwassereinsatz – Pegelstand 0,5 Meter unter 2002.



Eine finnische Delegation der Feuerwehrschule Kuopio besuchte am 15.10. die Feuerwehr Scharnstein, wo der Präsentation des Waldbrandstützpunktes im Vordergrund stand.



2007

Sturmtief „Kyrill“ zog Anfang Jänner Spuren der Verwüstung durch das Gemeindegebiet. Zahlreiche Aufäumungs- und Sicherungsarbeiten waren die Folge am darauffolgenden Tag.



2008

In mühevoller, stundenlanger Feinarbeit erstellte die Familie Fehringer eine Feuerwehr-Glöcklerkappe, die am 05.01. ihre „Feuertaufe“ hatte.



Sturmtief „Emma“ zog am 01.03. über das Gemeindegebiet von Scharnstein und bescherte eine Vielzahl von kleineren Einsätzen.


Am 29.03. fand die 45. Gemeinsame Jahresvollversammlung der Feuerwehren des Pflichtbereiches statt. 2008 war wieder ein Wahljahr und so wurden BR Christian Huemer zum Kommandant, HBM Franz Pfingstmann zum Kommandant-Stellvertreter, AW Franz Kallab zum Kassier und OAW Ing. Florian Huemer zum Schriftführer gewählt.


Eine Großübung mit den Feuerwehren der Alarmstufe 2 wurde am 05.09. im Bereich Lagerhaus Almtal durchgeführt. Eine hohe Anzahl von Einsatzkräften (Feuerwehr, Polizei Rettung) übten das Zusammenspiel bei einem Großschadensereignisses.


„Nachbarliche Löschhilfe“ bei einem Bauernhausbrand in Steinbach am Ziehberg ließen in der Nacht zum 21.10. die Alarmsirenen heulen.


2009

Anlässlich der Floriani-Feierlichkeiten wurde ein Mannschaftsfoto vor der Fahrzeughalle erstellt.



Hochwassereinsätze am 24.06. nach anhaltenden starken Regenfällen. 15 Hochwassereinsätze beschäftigten die Feuerwehr Scharnstein an diesem Tag.



Zwei schwere LKW-Unfälle beschäftigten die Feuerwehr Scharnstein innerhalb von 12 Tagen. Am 02.10 verunfallte ein Betonmischwagen auf der B120 im Halsgraben, für dessen Bergung 2 Feuerwehrkräne (Vöcklabruck und Micheldorf) von Nöten war.



Der zweite Unfall ereignete sich am 14.10. im Bereich Bahnübergang Schönau, wo ein Sattelschlepper mit einer Garnitur der Almtalbahn touchierte




2010

Die Fahrzeugehalle wird im Mai komplett saniert. Die Sanierung erfolgt zur Gänze in Eigenregie.



Im Oktober 2010 ging nach 2 monatiger intensiver Arbeit die erste Homepage der Feuerwehr Scharnstein Online: www.ff-scharnstein.at Ersteller der Homepage Schriftführer OAW Ing. Florian Huemer.



Seit 19.12. steht der Freiwilligen Feuerwehr Scharnstein eine Wärmebildkamera zur Verfügung. Die Infrarot-Wärmebildkamera der Firma Dräger ist zur Unterstützung bei Such- und Rettungseinsätzen und bei der Brandbekämpfung vorgesehen, wenn die Sicht aufgrund mangelhafter Beleuchtungsverhältnisse oder durch Rauch beeinträchtigt wird.



Überreichung einer Ehrenurkunde für 60-Jahre Mitgliedschaft für E-OBM Max Pühringer anlässlich der Jahresabschlussfeier.


2011

Beim Wettebewerb um das Einsatzfoto des Montats Februar gewann die Feuerwehr Scharnstein einen ÖAMTC-Fahrsicherheits-Gutschein.


Waldbrandeinsatz am Traunstein beschäftigte am 27.06. den Waldbrandstützpunkt Scharnstein.



Am 29.06. stürzte ein Segelflieger vom Flugplatz Scharnstein am Grad des Hochsalms ab. Trotz intensiver Suche durch Fliegerkollegen wurde der Segelflieger durch einen Wanderer am 30.06. vormittags gefunden. Die Feuerwehr Scharnstein unterstützte die Bergrettung bei der Bergung.




Neues Tanklöschfahrzeug TLF-A 4000 für die Feuerwehr Scharnstein: Am 11.07. fand die Auslieferung des neuen Tanklöschfahrzeuges statt. Das mittlerweile 25jährige Rüstlöschfahrzeug wurde ausgeschieden und durch ein Tanklöschfahrzeug mit 4000 Litern Tankinhalt und 200 Liter Schauminhalt ersetzt. Das Rüstlöschfahrzeug wurde an die Feuerwehr Stuppach (Stadt Gloggnitz) verkauft.




Die Segnung des neuen Tanklöschfahrzeuges fand am 30.10. bei der Kirche Scharnstein statt.





Ein zweiter Waldbrand am Traunstein in diesem Jahr war von 18. bis 19.11., wo sich wiederum der Stützpunkt im Einsatz befand.



Mitte Dezember wurde der Schulungsraum saniert, um die Zeichen der Zeit zu beseitigen. Die Sanierung erfolgte zur Gänze in Eigenregie.



Anlässlich des Jahresabschlusses wird Ehren-Kommandant E-HBI Wilhelm Stadler für 60-Jahre Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde überreicht.


2012

Anfang März wird die Kommandozentrale komplett erneuert und mit dem neuesten Stand der Technik modernisiert. Besonders hervorzuheben sind dabei OAW Ing. Florian Huemer, AW Günter Schellmann, OBI Franz Pfingstmann und OLM Martin Fehringer jun. samt den Helfern, die dieses Projekt umgesetzt haben.




Am 20.11. wurde von der Feuerwehr Scharnstein eine neue Drehleiter von der FF Wels angekauft. Eine DLK 23-12 Vario CC Baujahr 1993 wurde anstatt der Leiter DL 18 in den Dienst gestellt, die eine wesentliche Steigerung der Schlagkraft mit sich bringt.


3 Generationen von Drehleitern bei der FF Scharnstein

Zu einem Flughelfereinsatz beim Felssturz in Grünau am 13.12. wurde die Feuerwehr Scharnstein alarmiert. Im Bereich Grubbachstraße „Kasperlgraben“ mussten vom Bundesheer Holzstämme zur Absicherung aufgeflogen werden.




2013

Anfang Jänner wurden 3 neue Atemschutzgeräte in den Dienst gestellt. Drei neue AS-Geräte Auer AirGo ersetzen ab nun die in die Jahre gekommenen BD 78.


Anlässlich der 50. Gemeinsamen Jahresvollversammlung fanden Neuwahlen statt. Nach 25-jähriger Funktion als Feuerwehrkommandant übergab BR Christian Huemer die Funktion des Feuerwehrkommandanten an seinen Sohn OAW Ing. Florian Huemer, der von der Vollversammlung zu seinem Nachfolger gewählt wurde. Eine Verjüngung des Feuerwehrkommandos wurde im Jahr 2013 vollzogen.



Jahrhunderthochwasser 2013
Im Jahr 2013 wurde das Bundesland Oberösterreich wieder von einem Jahrhunderthochwasser heimgesucht. Land unter: Seit den frühen Morgenstunden des 02.06.2013 befanden sich die Feuerwehren des Pflichtbereiches Scharnstein im Hochwasser-Dauereinsatz. Die ersten Notrufe aufgrund von Überflutungen gingen um 00.57 Uhr bei der Feuerwehr ein. Der Pegelstand des Almflusses war bis zu diesem Zeitpunkt innerhalb von drei Stunden um einen Meter angestiegen. Ab 02.45 Uhr erfolgte die Alarmierung der FF Scharnstein und der FF Viechtwang in kurzen Abständen zu den am meisten gefährdeten Objekten direkt am Almfluss. In der Zwischenzeit stieg der Wasserstand der Alm weiterhin bedrohlich an und erreichte gegen 09.00 Uhr vormittags den Höchststand mit 3,40 Metern bei einer Hochwasser-Alarmgrenze von 1,70 Metern, sodass einzelne Straßenzüge wegen totaler Überflutung gesperrt werden mussten. In der Einsatzzentrale des Feuerwehrhauses Scharnstein wurden die Einsätze nach Dringlichkeit koordiniert und abgearbeitet. Hierbei leisteten die Investitionen an modernen Geräten und Anlagen in den letzten zwei Jahren wertvolle Dienste.



Überörtliche Hilfeleistung bei der Hochwasserkatastrophe 2013

Am 05.06. wurde der Waldbrand- und Flughelferstützpunkt der Feuerwehr Scharnstein über Anforderung des Landesfeuerwehrkommandos in den Bezirk Perg alarmiert. Die Feuerwehrflughelfer der Feuerwehr Scharnstein mussten einen Hubschrauberlandeplatz errichten und die Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres und Innenministeriums einweisen.


Am 07.06. wurde der 1. und 2. FuB-Zug des Bezirkes Gmunden nach Goldwörth, Bezirk Urfahr Umgebung alarmiert. Um 04.15 Uhr brach die Einsatzmannschaft zum Treffpunkt der Einheiten nach Laakirchen auf. Insgesamt 165 Feuerwehrmitglieder und 30 Fahrzeuge fuhren im Konvoi nach Goldwörth, um bei den Aufräumungsarbeiten der völlig zerstörten Donaugemeinde zu helfen. Schwerpunkt dieses Einsatzes waren Aufräumungsarbeiten und Pumparbeiten in der Sportplatzstraße, der Gemeinde Goldwörth. Verzweiflung, völlige Zerstörung und viele Menschen die helfen, waren die Eindrücke die die Mitglieder der Feuerwehr Scharnstein nachhause mitbrachten. Die Feuerwehr Scharnstein war mit einem Fahrzeug und 8 Mann Besatzung im Katastropheneinsatz.



3 Tage Waldbrandeinsatz in Steinbach am Attersee: Am 02.08. wurde die Feuerwehr Scharnstein mit dem Waldbrandstützpunkt zu einem Waldbrand in das Gemeindegebiet Steinbach am Attersee, Bezirk Vöcklabruck alarmiert. Aus unbekannter Ursache brach im Bereich Attersee-Klettersteig am sogenannten Mahdlgupf in etwa 1000 m Seehöhe ein Waldbrand aus.




Am 08.08. ein erneuter Stützpunkteinsatz am Kleinen Priel in Hinterstoder, bei dem Stützpunktleiter BR Christian Huemer im Auftrag des Oö. Landesfeuerwehrkommandos im Einsatz war.


Komplettsanierung der Drehleiter DLK 23-12 mit insgesamt 300 Arbeitsstunden werden die neuralgischen Stellen Generalsaniert.




Im September fand die nächste Sanierungsetappe statt – das Vorhaus erstrahlt nun in neuem Glanz.


Die Segnung der neuen Drehleiter fand am 20.10. in der Pfarrkirche Scharnstein statt. Beim anschließenden Festakt wurde Ehren-Kommandant BR Christian Huemer der Ehrenring der Marktgemeinde Scharnstein und eine Auszeichnung für internationale Zusammenarbeit des Deutschen Bundesfeuerwehrverbandes übereicht.




Aktuelles Mannschaftsfoto anlässlich der Fahrzeugsegnung am 20.10.

Am 13.11. wurde der Feuerwehr Scharnstein eine Schlammpumpe aus mitteln des Bezirks-KHD für das Gebiet Almtal überreicht.